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Internationale Sommerakademie
Das Ökumenische Lebenszentrum in Ottmaring bei Augsburg ist zur Zeit Schauplatz der Internationalen Sommerakademie der Fokolar-Bewegung. 130 Stundenten und Studentinnen aus 32 Nationen aller Kontinente vertiefen zwei Wochen lang ganz unterschiedliche Studienfächer. Interviews mit einigen Dozenten erläutern die Ziele und Hintergründe.

Professor Piero Coda aus Rom, Leiter des Studienzentrums, das in diesem Jahr den dritten Sommerstudienkurs dieser Art anbietet, beschreibt die Entstehung und das Ziel der Akademie: "Schon seit einigen Jahren arbeitet eine Gruppe von Theologen, Philosophen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam mit der Gründerin Chiara Lubich an den theoretischen Grundlagen der Fokolar-Spiritualität. Wir sind der Ansicht, dass im Charisma der Fokolar-Bewegung Denkansätze enthalten sind, die Geschenk für die Kirche und die Gesellschaft sein können. Ziel unserer Sommerakademie ist es, die bisher erarbeiteten Studienergebnisse zunächst Studenten zugänglich zu machen, die eine solide geistliche Basis mitbringen."

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Vera Araujo, brasilianische Soziologin
Und diese Studenten kommen nicht nur aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen, sondern bringen auch sehr verschiedene Vorkenntnisse mit. Die Brasilianerin Vera Araujo, Dozentin für Soziologie, erklärt: "Das gemeinsame Vertiefen der Studienergebnisse aus sehr unterschieldichen Disziplinen, die Augenblicke des Dialogs im Hörsaal, wie bei den Mahlzeiten, die gemeinsam gestaltete Freizeit mit Ausflügen und Sport fördern ein Klima, in dem vor allem drei Elemente wichtig sind: der Respekt, das Geschenk des Sich-Mitteilens und die Fähigkeit zur Aufnahme. Jeder fühlt sich nicht nur persönlich zutiefst geachtet und respektiert, sondern auch mit dem 'Kulturgepäck', das er mitbringt. Jeder ist eingeladen, diese Kultur den anderen zum Geschenk zu machen und sich gleichzeitig für die Kultur der anderen zu öffnen. Das schafft neuen Raum in Herz und Kopf und bereichert Dozenten wie Studenten."

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Biologen neben Theaterwissenschaftlern und Juristen im Hörsaal
Mathematik und Theologie nebeneinander

Die auf vier Jahre verteilten Kurse sind bewusst interdisziplinär angelegt. Basis sind die Grundkurse in Theologie und Philosophie, auf denen dann in den Folgejahren Schwerpunkte in Soziologie, Politik und Wirtschaft, später dann auch in Fächer wie Bioethik, Kunst und Kommunikationswissenschaften aufbauen. Den Anfang haben im Jahr 2001 50 Italiener gemacht, im zweiten Jahr kamen nochmal 50 Studentinnen und Studenten aus ganz Europa dazu. In diesem Jahr schließen sich Vertreter aus allen fünf Kontinenten an. Im "Hörsaal" des Begegnungszentrums Ottmaring sitzt in diesen Tagen ein buntes Publikum aus allen Dispziplinen: Theaterwissenschaftler, Biologen, Mediziner oder Juristen besuchen die Vorlesungen.

Lehrer und Schüler auf einer Ebene

Ein wesentliches Element - und das ist vielleicht das Außergewöhnliche an dieser Akademie - ist der Dialog unter den Studenten, zwischen Professoren und Studierenden sowie das gemeinsame Leben über die Unterrichtseinheiten hinaus.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Große Offenheit zwischen Lehrern und Schülern
Für Leonardo Brancaccio, angehender Rechtsanwalt aus dem Süden Italiens, war das etwas Neues: "Die Dozenten stehen uns zu jeder Zeit auch für Gespräche zur Verfügung. Und dabei geht es oft auch um den Austausch ganz persönlicher Erfahrungen und Eindrücke. Keiner hütet eifersüchtig seine gewonnenen Erkenntnisse, sondern macht sie den anderen zum Geschenk. In Bari, wo ich studiere, bin ich nicht mehr als eine Matrikelnummer, hier bin ich Person." In einem solchen Klima verschwimmen dann auch die Grenzen zwischen Lehrenden und Lernenden. Luigino Bruni, Wirtschaftsdozent an der Universität von Mailand beschreibt das so: "Es geht um das Prinzip der Gegenseitigkeit, in dem die Rollen immer wieder wechseln. Da ist das Zuhören genauso wichtig wie das Sprechen und manchmal kommen während der Vorlesungen Intuitionen, Ideen und neue Entdeckungen heraus, an die ich selber vorher nie gedacht hatte. Im Unterricht geht es nicht mehr nur um die Darstellung und Ausführung von vorbereiteten Konzepten und Wissen, manchmal entsteht in diesen Augenblicken wirklich etwas Neues!"

Und Coda fasst die Zukunftsperspektive der Sommerakadademie zusammen: "Nur in diesem Zusammenspiel von Kommunikation und Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, von Lehre und Leben können Menschen heranwachsen, die nicht nur Experten in ihrem eigenen Fachgebiet, sondern ganzheitlich geformt sind, Personen im wahren Sinne des Wortes."

Fotos: Michele Zanzucchi
 


http://www.fokolar-bewegung.de


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