| 22.01.2010 Vermittler zwischen Polen und Deutschland
Zum vierten Mal wurde heute im Aachener Dom der Klaus-Hemmerle-Preis verliehen. Der undotierte Preis, den die Fokolar-Bewegung alle zwei Jahre im Gedenken an den 1993 verstorbenen Theologen verleiht, ging in diesem Jahr an Alfons Nossol, den emeritierten Erzbischof von Oppeln in Polen.
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Als geborenen Vermittler und Wegbereiter wechselseitigen Verstehens würdigte Prof. Hans Maier in seiner Laudatio den diesjährigen Preisträger. Der ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) erinnerte an Nossols Verdienste um die deutsch-polnische Versöhnung auf politischer und kultureller Ebene und an sein Engagement für die Annäherung zwischen evangelischen und katholischen Theologen beider Länder. Er unterstrich seine „vibrierende Offenheit für Zeitfragen und die Bereitschaft zum öffentlichen Engagement, zur Übernahme von Verantwortung“.
Anwesend bei der Preisverleihung war auch der zweite Träger des Klaus-Hemmerle-Preises, Landesbischof i.R. Christian Krause, der den Polen herzlich in der Runde der Preisträger willkommen hieß. Gastgeber Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen erinnerte an die Fähigkeit zum Brücken bauen, für die sein Vorgänger sich immer wieder stark gemacht hatte. Dafür würden nicht nur die Preisträger geehrt sondern dass sei auch die Berufung jedes Christen.
Erzbischof Nossol unterstrich in seiner Dankesansprache die Bedeutung des Datums der Preisverleihung. Nicht zufällig falle sie in die Gebetswoche für die Einheit der Christen. „Die römischen Schächer haben es nicht gewagt, das Kleid Christi zu zerreißen, sie warfen stattdessen das Los. Erst wir Christen haben es gewagt, dieses Kleid zu zerreißen, diese Schuld müssen wir wieder umkehren“, mahnte er die 350 anwesenden Gäste. Den Schlesiern sei immer schon eine Brückenfunktion zugekommen. Ihm sei es ein Anliegen, ein „denkendes Herz mit einem liebenden Verstand“ zu verbinden. Klaus Hemmerle habe ihm den deutschen Dichter Reinhold Schneider nahe gebracht, der ihn in dieser Fähigkeit bestärkt habe: „Wir müssen in Europa lernen, das Töten zu töten, dann ist der Weltfriede gesichert. Der Friede kann nicht erkämpft werden, er muss getan werden indem man die Wahrheit in Liebe tut“.
In ihrem Grußwort hatte die Präsidentin der Fokolar-Bewegung Maria Voce Nossols Zeugnis für die Einheit gelobt. Sein Wirken zeige, dass „ein Christ, der in der Liebe zum gekreuzigten Christus verankert ist, die Fähigkeit besitzt, sich in die Kluft der Entzweiung hinein zu begeben und beim Aufbau eines vereinten Europa mitzuwirken.
Mit dem Klaus-Hemmerle-Preis ehrt die Fokolar-Bewegung Menschen, die als Brückenbauer den Dialog zwischen Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Zur Jury gehören neben Vertretern der Fokolar-Bewegung auch Weihbischof Karl Reger für das Bistum Aachen, der griechisch-orthodoxe Bischof Evmenios Tamiolakis, Rita Waschbüsch für das ZdK und Prof. Dr. Markus Enders von der Universität Freiburg.
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