Foto: Ursel Haaf

"Kein Streit unter den Konfessionen mehr"

Klare Worte der Hoffnung beim Ökumenischen Nachmittag in Ottmaring

Miteinander leben und nicht nur diskutieren

Im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand im Begegnungszentrum in Ottmaring ein ökumenischer Nachmittag statt. Rund 120 Personen haben daran teilgenommen, darunter auch Vertreter verschiedener christlicher Gemeinschaften, die im Netzwerk „Miteinander für Europa“ engagiert sind.

Über dem Tag stand das Leitmotiv der diesjährigen Gebetswoche „Berufen, die großen Taten Gottes zu verkündigen“. Schwester Anna-Maria aus der Wiesche stellte dieses Schriftwort aus dem ersten Petrusbrief in den Mittelpunkt und gab konkrete Impulse zum Christsein heute. Die Referentin ist Priorin der Christusbruderschaft in Selbitz, einer Ordensgemeinschaft in der evangelischen Kirche, und gehört zum Leitungskomitee von „Miteinander für Europa“. Schwester Anna-Maria betonte in ihrem Vortrag: „Wir können uns keinen Streit unter den Konfessionen mehr leisten. Wir können diskutieren, aber mit versöhntem Herzen.“ Nichts brauche die Welt heute mehr als Versöhnung und Frieden.

Ihre Worte belegte Schwester Anna-Maria aus der Wiesche durch Fakten, wie beispielsweise die Tatsache, dass in ihrem Orden Platz geschaffen wurde für Flüchtlingsfamilien und Mütter mit ihren Kindern. Sie erzählte von diesen Asylbewerbern, von ihren Erfahrungen und davon, welch einen Gewinn es für sie bringt, mit diesen Menschen zu leben, bei aller Mühe, die beispielsweise die Begleitung bei ihren häufigen Gängen zu den Ämtern bedeutet. Die evangelische Gemeinschaft von Selbitz hat sich auch nicht gescheut, Kirchenasyl zu gewähren.

Daran anschließend wurden drei ökumenische Initiativen aus der Region Augsburg vorgestellt: Zum Ersten die Arbeit eines höchst lebendigen ökumenischen Schwesternkreises in Augsburg. Schwestern aus neun Gemeinschaften gehen schon jahrelang einen gemeinsamen Weg, stehen füreinander ein und teilen Freud und Leid miteinander. Eine ökumenische Romfahrt von zwölf Pastoren aus den Freikirchen ermöglichte sehr viele gute Gespräche. Weil man miteinander lebte und nicht nur diskutierte, lautete dafür die Begründung von Thomas Pfeifer vom CVJM Augsburg. Die dritte Initiative: ein ökumenisches Seminar in Ottmaring über das Dokument zum lutherisch-katholischen Reformationsgedenken 2017 „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“. Einer der Autoren, Prof. Theodor Dieter vom ökumenischen Forschungsinstitut in Straßburg, hielt einen Vortrag zum Thema „Miteinander erinnern, voneinander lernen, gemeinsam weiter gehen“.

Den Abschluss der Begegnung in Ottmaring bildete ein gemeinsames Gebet, gestaltet nach Texten, die in diesem Jahr eine ökumenische Gruppe aus Lettland vorbereitet hatte.

Ulrike Büechl, Ottmaring

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