Foto: Ursel Haaf

Klaus-Hemmerle-Preis 2018 geht an Rabbiner Dr. Henry G. Brandt

Auszeichnung für einen großherzigen und unermüdlichen Einsatz für die Verständigung zwischen Juden und Christen

Der Rabbiner Dr. Henry G. Brand erhält den achten Klaus-Hemmerle-Preis, eine Auszeichnung, die die Fokolar-Bewegung in Erinnerung an den verstorbenen Bischof von Aachen alle zwei Jahre verleiht.

Der gebürtige Münchner feiert im September seinen 90sten Geburtstag und ist momentan Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg. Außerdem betreut er als Amtsrabbiner die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld. Bis 2016 war er jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und ist seitdem deren Ehrenvorsitzender; lange Jahre war er Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

In der Begründung der Jury heißt es, man wolle Brandt „für sein Lebenswerk im interreligiösen Dialog und insbesondere für seinen großherzigen und unermüdlichen Einsatz für die Verständigung zwischen Juden und Christen auszeichnen“. Schon durch seine Rückkehr nach Deutschland habe er ein „nicht hoch genug einzuschätzendes Zeugnis für seinen Willen zu Versöhnung und Frieden angesichts der Shoa gegeben“.

Brandt war 1939 mit seiner Familie über Großbritannien nach Tel Aviv emigriert und Anfang der 1980er Jahre wieder nach Deutschland zurück gekommen. Gerade der Dialog mit den Christen ist dem liberalen Juden ein Herzensanliegen, in kritischen Momenten hat er das Gespräch gesucht, sich um Dialog und Versöhnung bemüht.

Zur Feier der Preisverleihung lädt das Bistum Aachen und die Fokolar-Bewegung am Donnerstag, 25. Januar 2018 in den Aachener Dom ein.

Die Laudatio hält Prof. Dr. Franz Sedlmeier, Professor für Alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg.

Im Gedenken an die Person und an das geistige Vermächtnis des früheren katholischen Bischofs von Aachen Klaus Hemmerle (1929 - 1994) ehrt die Fokolar-Bewegung Persönlichkeiten, die als „Brückenbauer“ den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist undotiert. Bisherige Preisträger waren der jüdische Professor Dr. Ernst-Ludwig Ehrlich (2004), der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof i. R. Dr. Christian Krause (2006), der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (2008), Dr. Alfons Nossol, der emeritierte Erzbischof von Oppeln/Polen (2010), Prof. Dr. Hans Maier, der ehemalige bayerische Kultusminister und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (2012), die kürzlich verstorbene Lepraärztin Dr. Ruth Pfau (2014) und 2016 die muslimische AIDS-Ärztin Dr. Noorjehan Abdul Majid aus Mosambik.