Foto: Ursel Haaf

Neujahrsempfang

Junge Flüchtlinge haben in diesem Jahr den Neujahrsempfang des Ökumenischen Lebenszentrums in Ottmaring mitgestaltet. Eine kleine Gruppe lebt seit einigen Wochen in einer Wohneinheit des Tagungszentrums. Etwa 80 Teilnehmer aus Politik, Gesellschaft und Kirche waren der Einladung gefolgt, die unter dem Motto stand: „Vom Umgang mit dem bereichernd Fremden“.

„Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen“, zitierte der stellvertretende Landrat von Aichach- Friedberg, Manfred Losinger, ein afrikanisches Sprichwort in seinem Grußwort und brachte damit die Sache auf den Punkt: Nur gemeinsam können wir das Fremde als bereichernd erfahren und die Herausforderung des großen Flüchtlingszustroms bewältigen. Bei den verschiedenen kurzen Statements des Empfangs wurde bereits eine Gemeinsamkeit deutlich: die gegenseitige Wertschätzung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in der Flüchtlingsfrage. Manfred Losinger, Peter Tomaschko, MdL, und die Friedberger Stadträtin Claudia Eser-Schuberth wussten das in ihren Grußworten zu würdigen. Frau Eser-Schuberth brach eine Lanze für die sogenannten Gutmenschen, die manchmal etwas belächelt werden: „Wir brauchen gute Menschen, Menschen guten Willens, die die Gesellschaft positiv verändern wollen. Wie sollen wir es sonst schaffen, nicht hinter all das, was wir uns in 60 Jahren erarbeitet haben, zurückzufallen?“ Das Thema des Neujahrsempfangs wurde von dem österreichischen Architekten und Städteplaner Franz Kronreif beleuchtet, der seit Jahren in der Fokolar-Bewegung für den Dialog mit Menschen nichtreligiöser Weltanschauungen engagiert ist. Belegt durch konkrete persönliche Erfahrungen arbeitete sich der Referent in seinem kurzweiligen Vortrag zu seinem Kernsatz durch: „Wir erleben, dass wir das Eigene in dem Maß gewinnen, in dem wir uns dem Anderen, ja auch dem Fremden öffnen. Begegnung findet jedoch nicht zwischen Kirchen oder Organisationen statt und schon gar nicht mit einer gesichtslosen Masse, sondern immer, indem ich in das Antlitz der Person schaue, die mir gegenüber steht. Nur so erkenne ich seine Bedürftigkeit wie auch sein Potential.“

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