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Klaus Hemmerle
KLAUS HEMMERLE - MITBEGRÜNDER DER FOKOLAR-BEWEGUNG


In der Geschichte der Fokolar-Bewegung gibt es – neben Chiara Lubich – drei Personen, von denen die gesamte Bewegung prägende Impulse ausgingen. Chiara Lubich bezeichnete sie als Mitbegründer der Fokolar-Bewegung.
Neben dem Politiker und Publizisten Igino Giordano (1896 -1981) und dem Theologen Pasquale Foresi (geb. 1939) ist auch Bischof Klaus Hemmerle eine dieser Gestalten.


Klaus Hemmerle mit Fokolaren
Klaus Hemmerle (1929 in Freiburg geboren, Priesterweihe 1952, Bischofsweihe 1975 in Aachen, 1994 in Aachen gestorben) wirkte als Professor für Fundamentaltheologie in Bochum (1970 bis1973), als Professor für Christliche Religionsphilosophie in Freiburg (1973 bis1975) und als Diözesanbischof in Aachen (1975 bis 1994). Als Geistlicher Direktor des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (1968 bis 1973) gründete er u.a. den (theologischen) Gesprächskreis Juden und Christen beim ZdK.


Klaus Hemmerle auf einer Konferenz
In seiner wissenschaftlichen Arbeit gelang es ihm, die Ansätze der modernen Philosophie, besonders des Deutschen Idealismus, der Phänomenologie Husserls und der Philosophie Heideggers, für das theologische Denken und Sprechen zu nutzen und fand so zu einer verständlichen Sprache des Glaubens, die besonders Menschen erreicht, die den Kirchen fern stehen. Er vermochte neue Wege zu einer christlichen Spiritualität zu erschließen, die geistliche Tiefe mit dialogischer Offenheit verbindet. Auf diesem Hintergrund hat er als Bischof eine Pastoral und Seelsorge entwickelt und selber gelebt, die in Gespräch und Verkündigung gerade auch junge Menschen ansprach und anspricht.


Klaus Hemmerle mit Papst Paul VI.
Sein ganz spezifischer Beitrag zur Fokolar-Bewegung hatte zwei Schwerpunkte: Er gab zum einen den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung einer dem Charisma der Fokolare innewohnenden eigenen Theologie und nahm regelmäßig an den Sitzungen des durch ihn mitbegründeten interdisziplinären Studienzentrums „Schule Abba“ teil. Zum anderen initiierte er eine weltweite ökumenische Weggemeinschaft mit Bischöfen unterschiedlicher Nationalitäten und Konfessionen, die sich am Charisma der Fokolar-Bewegung inspirieren, und begleitete sie bis zu seinem Tod.


Kommunikator Klaus Hemmerle
So sehr er die Fokolar-Bewegung befruchtete, so sehr lebte er selbst aus der Quelle des Charismas der Einheit, das er in Chiara Lubich kennen gelernt hatte. „Chiara Lubich hat uns in eine Schule des Lebens genommen“, berichtete Klaus Hemmerle in einem Interview über seine Begegnung mit der Fokolar-Bewegung. „Aber diese Lebensschule ist zugleich eine Schule für die Theologie. Das Ergebnis ist nicht eine Verbesserung der Theologie, sondern gelebte Theologie aus dem Ursprung der Offenbarung.“


Klaus Hemmerle beim Zuhören
Kurz nach seinem Tod äußerte Chiara Lubich in einem Interview für die Zeitschrift DAS PRISMA: „In erster Linie - so würde ich sagen – war es seine außerordentliche Lauterkeit und die Einfachheit seines Herzens, die ihn zu einem echten „Kind des Evangeliums” werden ließen. Er verstand es, in echter Demut mit allen Mitgliedern der „Schule Abbà“ zu kommunizieren. In einem gegenseitigen Geben und Nehmen brachte er seine reiche wissenschaftliche Bildung ein und ließ sich gleichzeitig von der jeweiligen Fachkompetenz der anderen beschenken.“


Die Fokolar-Bewegung in Deutschland hat zum zehnjährigen Todestag von Klaus Hemmerle einen Preis gestiftet, mit dem sie alle zwei Jahre Personen ehrt, die sich im Sinne des Aachener Bischofs als Brückenbauer ausgezeichnet und sich für den Dialog zwischen Kirchen, Religionen und Weltanschauungen engagiert haben.


Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretern des Bistums Aachen, des Lehrstuhls für christliche Religionsphilosophie der Universität Freiburg, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sowie Vertretern der Ökumene (zur Zeit der orthodoxen Kirche) und der Fokolar-Bewegung.


Die bisherigen Träger des Klaus Hemmerle-Preises sind:

  • 2004: Prof. Dr. Ernst Ludwig Ehrlich (1921-2007), jüdischer Religionsphilosph

  • 2006: Landesbischof i.R. Dr. Christian Krause, vormaliger Präsident des Lutherischen Weltbundes

  • 2008: Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel



  • Freigeschaltete Homepage



    Pünktlich zum 80. Geburtstag von Klaus Hemmerle wurde am 3. April 2009 die Internetplattform www.klaus-hemmerle.de freigeschaltet, über welche ab sofort die meisten Texte des Religionsphilosophen und Bischofs sowie Predigten, Vorlesungen und Fotomaterial der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Der ehemalige Generalsekretär des ZdK und Vorsitzende des Klaus-Hemmerle-Werk e.V., Friedrich Kronenberg, erklärte dazu, dass nicht Nostalgie, sondern Schärfung des Blicks auf die Herauforderungen der Gegenwart der Grund gewesen sei, die Website einzurichten. Klaus Hemmerle im Internet böte die Möglichkeit, über seinen Tod hinaus in Weggemeinschaft mit ihm zu leben.


    Literaturempfehlungen:

  • Klaus Hemmerle. Grundlinien eines Lebens, 1997, W. Bader/W. Hagemann, Verlag Neue Stadt

  • Bischof Klaus Hemmerle – ein geistlicher Meister, 2004, Hans Hermann Henrix (Hrsg), Einhard-Verlag Aachen

  • Verliebt in Gottes Wort, 2008, Wilfried Hagemann, Echter-Verlag


  • Anhänge zum Herunterladen:

    Dateianhang: 'PDF'-Datei herunterladen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. (Interview Chiara Lubich über Klaus Hemmerle) Interview Chiara Lubich über Klaus Hemmerle


    Dateianhang: 'PDF'-Datei herunterladen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. (Predigt von Kardinal Lehmann beim Requiem) Predigt von Kardinal Lehmann beim Requiem


    Dateianhang: 'PDF'-Datei herunterladen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. (Artikel von Wilfried Hagemann zu Klaus Hemmerle) Artikel von Wilfried Hagemann zu Klaus Hemmerle




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