"Aim high - hoch hinaus"

2800 Teilnehmer aus ganz Europa bei einem Sommertreffen in den Dolomiten. Ein sehr lebendiges Experimentierfeld für ein geeintes Europa!

„Aim high – hoch hinaus!“ war der Titel, unter dem die interaktiv gestalteten Wochen jeweils standen. Ein internationales Team hatte mehr als ein Jahr an der Vorbereitung gearbeitet. Es gab gemeinsame Elemente in einem großen Festzelt, Workshops und Foren zu Themen des interkulturellen Dialogs und Diskussionen zu gesellschaftspolitischen Fragen mit vielen lebendigen Zeugnissen und Berichten von Teilnehmern aus verschiedenen Ländern. Und natürlich Bergwanderungen für unterschiedliche Zielgruppen in die traumhafte Umgebung.
„Ich hätte nie gedacht, wie viele Menschen man in so kurzer Zeit so intensiv kennenlernen kann“, war der Kommentar einer Augsburgerin nach der letzten Woche, die mit einem besonderen Festakt zu Ende ging.

Am 10. August 2019 weihten nun Bürgermeister, Erzbischof und Vertreter aus Politik und Gesellschaft zusammen mit gut 1000 Gästen die „Via Chiara Lubich“ ein. Im anschließenden Gottesdienst schlossen die Teilnehmer der „Mariapoli“ ein Bündnis stellvertretend für die Völker Europas: „Wir wollen uns angesichts politischer, sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen einsetzen, die Heimat des anderen zu lieben wie unsere eigene. Wir wollen alles daransetzen, dass die Achtung und Wertschätzung unter den Staaten wachsen kann und zu gegenseitiger Liebe wird“, hieß es unter anderem darin. Für viele Teilnehmer war das nach der gemeinsamen Woche mehr als nur ein Vorsatz, sondern eine bereits miteinander gelebte Realität.

„Wir wollten einen Raum schaffen, damit Menschen aus verschiedenen Teilen Europas sich kennenlernen, näherkommen und Grenzen überwinden können, damit Einheit in Europa auch persönlich erfahrbar wird“, hatten Maria Magerl und Peter Forst vom Koordinationsteam sich gewünscht. Die bewegenden Abschiedsszenen am Ende jeder Woche, der Wunsch, ähnliche Angebote in den kommenden Jahren zu wiederholen, zeigen, dass der Bedarf groß ist.

Leonardo aus Ancona berichtet: „Schon mit sieben Jahren haben mich meine Eltern zu solchen Begegnungen mitgenommen, damals fand ich es toll. Aber dann habe ich den Kontakt verloren. Nach vielen, vielen Jahren bin ich nun mit meinen eigenen Kindern hier und sehe Vieles durch die Augen meiner Tochter. Wenn ich sie anschaue, dann merke ich, dass es richtig war, sie hierherzubringen. Die Baita, das Haus, in dem Chiara Lubich hier gelebt hat, das ist so klein, und doch ist eine Idee von dort gestartet, die eine Dimension für die ganze Welt hat. Wir müssen mit den Kindern anfangen, in ihnen Liebe und Geschwisterlichkeit grundlegen.

Franz lebt in der Nähe von Augsburg, ist aber in der damaligen DDR geboren. Auch er kann Russisch, musste die Sprache in der Schule lernen. „Russisch war damals für uns die Sprache des Feindes, niemand wollte sie sprechen. Hier ist es aber manchmal die einzige Möglichkeit, miteinander zu reden, sich näher zu kommen, etwas vom Leben des Anderen zu verstehen. Es ist wie ein kleines Wunder, dass diese ehemalige Zwangssprache plötzlich zu etwas Gutem wird.“

Aus Deutschland haben in den vier Wochen mehr als 360 Personen unterschiedlichen Alters an der Europäischen Mariapoli teilgenommen, etwa 50 davon unter 18 Jahren.

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