Foto: Ulrike Comes

"Wir sind Brückenwesen"

Beim Neujahrsempfang in Solingen wird Klaus Hemmerle gedacht. Anlass: der 25. Todestag des Aachener Bischofs.

Tal-Verbindung
Brücken-Menschen

Zunächst ist da Dr. Wilfried Hagemann, angereist aus Bocholt, der Jahrzehnte ein enger Freund und Begleiter des vor 25 Jahren verstorbenen Aachener Bischofs Klaus Hemmerle war. Anhand von Fotos zeigt er den Zuhörern, wie Hemmerle Zeit seines Lebens Brücken gebaut hat: im Gespräch mit Jugendlichen, Gewerkschaftlern und Päpsten, mit Katholiken, Juden und Muslimen. Hemmerle ging überall hin, man konnte ihn alles fragen, er konnte zuhören und Nähe schenken. „Kirche kann nur Kirche sein, wenn sie sich auf den verlassenen Menschen ausrichtet.“

Brücken-Bilder

Der SPD-Politiker und nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Josef Neumann hat Brückenfotos aus aller Welt mitgebracht, anhand derer der gebürtige Pole die Zuhörer an „Brückenbauten“ aus seinem Leben teilnehmen lässt: der Aufbau des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes; die Arbeit am „Haus Müngsten“ unter der Brücke, in dessen Restaurant Behinderte arbeiten; die Erstellung eines Leitfadens zum Interreligiösen Dialog als Antwort auf Terroranschläge; Fairer Handel - und Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Neumann berichtet sehr konkret, wie er mit Hilfe eines weltweiten Netzwerkes tragfähige Brücken baut, über die Menschen, besonders wenn sie in Not sind, gehen können.

Brücken bilden

Die Eindrücke der Gäste sind vielfältig.

„Wie wichtig ist es doch, Kontakte zu pflegen, offen zu sein, zuzuhören, um dann wirklich helfen zu können.“ 

„Auch wenn man nicht religiös ist, kann man viele der Anregungen aufgreifen und umsetzen.“ 

„Im Alter könnte man verzweifeln: Wo soll man anfangen, etwas zu verändern? Ich tue das hier vor Ort, in dieser Stadt, ich will Ungerechtigkeiten und Notsituationen verändern, die große Welt überlasse ich den Jungen.“

 

 

Emmanuelle Blondeau und Edita Otto beschließen den Abend virtuos mit dem Musikstück für Piano und Flöte "Precious Memories" von Jim Chappel. Viele der Gäste bleiben noch ein wenig – angeregte Gespräche zeigen, dass das Brückenbauen ansteckend ist.

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