Friedensstifter und Brückenbauer zwischen Konfessionen und Religionen

28. Oktober 2016

Bischöfe verschiedener Kirchen beenden ihre jährliche Begegnung

In Ottmaring bei Augsburg, geht heute die 35. internationale Begegnung von 25 Bischöfen verschiedener Kirchen, die der Fokolar-Bewegung freundschaftlich verbunden sind, zu Ende.

Geistliche Impulse aus der Spiritualität der Fokolar-Bewegung, das gemeinsame Gebet und die Feier der unterschiedlichen Liturgien bildeten das Fundament, auf dessen Hintergrund dann einige Besuche und Begegnungen – auch im Rahmen des Gedenkens von 500 Jahre Reformation - einen tiefen Eindruck bei den Teilnehmern hinterlassen haben.

Ein Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau am Montag, 24.10. war für viele Teilnehmer eine Begegnung mit einer der schmerzlichsten Etappen der Weltgeschichte. Die abschließende Begegnung mit den Schwestern im benachbarten Karmel eröffnete eine hoffnungsvolle Perspektive: „Für mich war der Besuch in Dachau ein Besuch an einem Wallfahrtsort des verlassenen Jesus. Ich bin dort Gott begegnet - Gott in seiner Verlassenheit“ zog Jesus Moran, Ko-Präsident der Fokolar-Bewegung später eine Parallele zum Thema, unter dem die Bischofsbegegnung stand: „der gekreuzigte und verlassene Jesus als Grundlage einer gemeinschaftlichen Spiritualität“. Und der maronitische Bischof Simon Atallah aus dem Libanon fügte hinzu: „Neben dem Ort des Schreckens und des Hasses haben wir einen Ort der Liebe gefunden“.

Einer der Höhepunkte der Begegnung war der Ökumenische Gottesdienst am Mittwochabend in der evangelischen St. Anna-Kirche in Augsburg. Landesbischof i.R. Christian Krause erinnerte als einer der Hauptakteure an die Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zu Rechtfertigungslehre“ am 31. Oktober 1999 am gleichen Ort. Die Gruppe der Bischöfe nahm diese Gedenkstunde zum Anlass, eine Grußbotschaft zu verfassen und sie an die ökumenische Begegnung zum Reformationsjubiläum im schwedischen Lund zu schicken, zu der sie außerdem eine Delegation entsenden werden.

Am Donnerstag machten sich die 25 Bischöfe dann abermals nach Augsburg auf und wurde im Rathaus von Oberbürgermeister Kurt Gribl empfangen. Das Oberhaupt der Friedensstadt sah eine enge Verbindung zum Engagement der ökumenischen Gemeinschaft von Bischöfen: „Die Fokolar-Bewegung im Allgemeinen und Ihre Gruppe von Bischöfen im Besonderen stehen für ein Miteinander der Religionen und Konfessionen, ohne die Unterschiede zu verschweigen – Sie zeigen uns mit Ihrem Lebensbeispiel, wie ein konfliktfreies spirituelles Zusammenleben aussehen kann, das gibt uns Kraft!“ Darin sehe sich auch die Stadt Augsburg mit ihrer Verpflichtung zu Frieden und zu einer besonderen Verbindung zwischen den Konfessionen bestärkt.

Um diese intensive Freundschaft und geistliche Verbindung jenseits der konfessionellen Verschiedenheiten zu besiegeln, versammelte sich die Gruppe danach in der evangelischen St.Ulrichs-Kirche. Es gehört bereits zu einer Tradition dieser Bischofsbegegnungen, dass sich die Teilnehmer ein feierliches Versprechen geben, einander im Gebet und im Leben zu unterstützen, die Sorgen und Nöte aber auch die Freuden und Erfolge der Brüder mitzutragen, „dass das Kreuz des einen das Kreuz des anderen ist, die Sehnsucht des einen die Sehnsucht der anderen“, wie es im Text ihres „Paktes der gegenseitigen Liebe“ heißt, den sie durch ihre Unterschrift bekräftigten.

Zur nächsten ökumenischen Bischofsbegegnung lädt die Fokolar-Bewegung im kommenden Jahr dann nach Polen ein.

 

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