Klaus-Hemmerle-Preis 2020 an Anastasios, Erzbischof der autokephalen Orthodoxen Kirche von Albanien

05. April 2019

Für die Laudatio hat Kardinal Kurt Koch aus Rom zugesagt, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Zur Verleihung laden das Bistum Aachen und die Fokolar-Bewegung am 14. Februar 2020 in den Aachener Dom ein.

Der gebürtige Grieche wirkte als Missionar und Friedensstifter in Afrika und wurde 1991 vom Ökumenischen Patriarchen Demetrios und seiner Heiligen Synode mit Sitz in Konstantinopel (Istanbul), nach Albanien gesandt, um dort die vollkommen zerstörte autokephale orthodoxe Kirche nach Jahren eines besonders rigiden staatlich verordneten Atheismus wieder aufzubauen.
Am 24. Juni 1992 wurde er dann vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus und seiner Heiligen Synode als Erzbischof von Tirana, Durrës und ganz Albanien gewählt.

Die Jury begründet ihre Entscheidung mit Verweis auf eben dieses Engagement als Glaubensbereiter in einem kommunistisch-atheistisch geprägten Land und lobt seinen Einsatz im Dialog zwischen Muslimen und Christen sowie im ständigen Vermitteln zwischen den christlichen Kirchen.
Sein unermüdlicher Einsatz für Bildung, Gesundheit, Entwicklung und insbesondere für die Jugend in Albanien habe dem überzeugten Europäer auch zu einem Ruf als Vermittler bei der Integration Albaniens in ein vereintes Europa verholfen.

Der 89jährige gilt weit über die orthodoxe Welt hinaus als Friedensstifter und Brückenbauer, hat sich in seinen Aufgaben immer wieder dem Dialog verschrieben, macht sich stark für die Jugend und wagte als einziger neben dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios beim panorthodoxen Konzil in Kreta 2016, zwei Frauen als Beraterinnen einzuladen.

Im Gedenken an die Person und an das geistige Vermächtnis des früheren katholischen Bischofs von Aachen Klaus Hemmerle (1929 - 1994) ehrt die Fokolar-Bewegung Persönlichkeiten, die als „Brückenbauer“ den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist undotiert. Bisherige Preisträger waren der jüdische Professor Dr. Ernst-Ludwig Ehrlich (2004), der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof i. R. Dr. Christian Krause (2006), der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (2008), Dr. Alfons Nossol, der emeritierte Erzbischof von Oppeln/Polen (2010), Prof. Dr. Hans Maier, der ehemalige bayerische Kultusminister und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (2012), die kürzlich verstorbene Lepraärztin Dr. Ruth Pfau (2014), die muslimische AIDS-Ärztin Dr. Noorjehan Abdul Majid aus Mosambik (2016) und 2018 der Rabbiner Dr. Henry Brandt aus Augsburg.

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